Technik

Ohne performante Webkonferenzsoftware geht es nicht

Der Markt hält zahlreiche Systeme für virtuelle Zusammenkünfte bereit.

Adobe Connect ist an deutschen Hochschulen seit vielen Jahren verfügbar und wurde vom Portal e-Teaching.org bis Juli 2020 als Standard-Webkonferenztool eingesetzt. Das Tool wurde für die Durchführung von Bildungsveranstaltungen konzipiert und wird daher auch als „virtuelles Klassenzimmer“ bezeichnet. Die Nutzung von Adobe Connect im Lehrbetrieb dürfte sich bis 2020 jedoch auf einen kleinen Prozentsatz beschränkt haben. Mit Aufkommen der Corona-Pandemie war der Bedarf nach Webkonferenzsoftware plötzlich enorm und stellte die Softwarelösung sowie die Infrastruktur des Providers auf eine Probe, die nicht immer mit dem Urteil „gut“ ausfiel. Auf der Suche nach schnell und niederschwellig zugänglichen Systemen gewann Zoom an rasanter Verbreitung. Während das US-amerikanische Produkt vor einigen Jahren noch ein Nischenprodukt war, das eigentlich für die Durchführung von Meetings mit Schwerpunkt Videokommunikation entwickelt wurde und dessen Einsatz an deutschen Hochschulen aufgrund nicht erfüllter Datenschutzanforderungen undenkbar gewesen wäre, hat sich Zoom inzwischen einen festen Platz im zum Pragmatismus gezwungenen Lehrbetrieb erobert.

In folgendem Erfahrungsbericht werden die beiden Systeme ausführlich im Hinblick auf die Durchführung von Live-Online-Lehrveranstaltungen verglichen.

Fazit des Plattformvergleichs: Adobe Connect ahmt die aus der Präsenzlehre gewohnte Lern- und Arbeitsumgebung authentisch nach und unterstützt Live-Online-Lehre sehr gut aus didaktischer Perspektive. Besonders Lehrende, die den privaten Moderatorenbereich nutzen und/oder die Möglichkeit schätzen, Arbeitsgruppenräume vorbereiten zu können, fühlen sich mit dieser Plattform wohl und nehmen dafür die Schwächen in der Audio- und Videoübertragung (bei VoIP) in Kauf. In Zoom werden Audio- und Videokonferenz nahezu fehlerfrei aufgebaut und stabilisiert. Die Präsentation verschiedener Medientypen wird komfortabel unterstützt und es kommt seltener zu Drop-Outs während der Online-Session. Zoom ist aus technischer Perspektive das Medium der Wahl, wenngleich das Handling der Bildschirmfreigabe in Kombination mit den Annotationswerkzeugen und anderen Fenstern zunächst etwas mehr Übung vom Moderator erfordert. Beide Plattformen sind für den Einsatz in der Hochschullehre geeignet. Für das Abhalten virtueller Teambesprechungen, Gremiensitzungen oder wissenschaftliche Konferenzen mit häufigen Sprecherwechseln ist Zoom die überzeugende Lösung.