Effektiv kommunizieren online

Kommunikationsregeln einführen

In der technikbasierten Online-Kommunikation empfiehlt es sich, zu Beginn der virtuellen Lehrveranstaltung einige Kommunikationsregeln einzuführen und deren technische Umsetzung zu demonstrieren.

Mögliche Einführung von Kommunikationsregeln in „Zoom“

Beispielsweise sollten Teilnehmer ihr Mikro stumm schalten, wenn sie nicht sprechen. Dies verhindert zum einen, dass Stimmen, Verkehrslärm, Handytöne, etc. ungefiltert in den virtuellen Raum gelangen und die Konzentration der Gruppe stören. Zum anderen wird damit verhindert, dass (zu) viele Personen gleichzeitig sprechen und dadurch Probleme in der Signalübertragung verursachen. Um mündliche Beiträge anzukündigen, nutzen die Teilnehmer das Handzeichen-Symbol, so dass die Lehrperson Teilnehmer namentlich aufrufen und die Wortbeiträge leicht zuordnen kann. Kurze Kommentare und Zwischenfragen können niederschwellig über den Chat transportiert werden. Dieser dient auch als verlässlicher Back-Up-Kanal bei technischen Problemen.

Antworten und Rückmeldungen erhalten

Um die Kommunikation mit den Teilnehmern effektiv zu steuern – insbesondere dann, wenn Sie ohne Webcam-Übertragung arbeiten (müssen) und nonverbale Kommunikation wegfällt – lautet eine Grundregel:

Leiten Sie den Kanal für die Rückmeldung klar an!

Wenn Sie in die (unsichtbare) Runde offene Fragen stellen wie z.B. „Verstehen Sie mich gut?“ oder „Was denken Sie über den erläuterten Sachverhalt?“ erhalten Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit… Schweigen. Das liegt daran, dass die Teilnehmenden schlichtweg nicht wissen, welche konkrete Handlung von Ihnen erwartet wird. Geben Sie den Teilnehmern eine Hilfestellung, in dem Sie klare Handlungsaufforderungen aussprechen. Zum Beispiel:

  • „Verstehen Sie mich gut? Wer mich gut verstehen kann, setzt bitte einen ‚grünen Haken‘.“
  • „Sehen Sie die eingeblendete Grafik? Bitte geben Sie mir ein kurzes ‚Ja‘ im Chat“.
  • „Was denken Sie über den erläuterten Sachverhalten? Bitte melden Sie sich zu Wort“.
Mögliche Visualisierung zum Einholen schneller Rückmeldungen

Wenn Sie die Videobilder der Teilnehmer sehen, können Sie Rückmeldungen auch über stumme Gesten einsammeln. Zum Beispiel:

  • „Verstehen Sie mich gut? Wenn ja, bitte einen ‚Daumen nach oben‘ in die Kamera halten.“
  • „Wer hat von diesem Konzept schon mal etwas gehört? Wenn ‚ja‘: bitte in die Kamera schauen, wenn ‚nein‘: bitte die Kamera mit Post-It abdecken.“

Pausen anzeigen

Lehren und Lernen im virtuellen Raum erfordert (ebenso) Pausen. Ein praktikabler Richtwert ist, alle 60 bis spätestens 90 Minuten eine Pause einzulegen. Sowohl Lehrende als auch Studierende optimieren ihren Erholungswert, wenn die Pause als „Weg-vom-Bildschirm-Pause“ gestaltet wird, bei der alle Beteiligten ihre Augen entspannen, sich körperlich bewegen und Energie tanken.

Drei Möglichkeiten, die Pausezeiten während der Abwesenheit zu visualisieren

Tipp: Schreiben Sie die konkrete Uhrzeit (z.B. 10:10 Uhr) und nicht die Dauer der Pause auf die Folie oder ein Whiteboard und lassen Sie diese Information während der gesamten Pause eingeblendet.

Alternativ kann man einen Timer verwenden, der dem Auditorium über die Bildschirmfreigabe angezeigt wird (verlinktes Beispiel wurde von Prof. Dr. Helmut Roderus entwickelt). Wer gerne klassisch-analoge Medien nutzt, kann ein Flipchart über die Webcam einblenden und beschriften, um den Zeitpunkt der Weiterarbeit anzuzeigen.

Viele Webkonferenzsysteme bieten ein Status-Icon an, mit dem Teilnehmer im virtuellen Klassenzimmer kennzeichnen können, dass sie sich vom Meeting entfernt haben und gerade nicht vor dem Bildschirm sitzen.

Kommunikationskarten einsetzen

Einsatz virtueller Meeting Cards

Je nach Teilnehmerkreis können Papierkarten zum Einsatz kommen, um schnelle Hinweise visuell zu transportieren. Einfache Abstimmungen können mit einfarbigen Zetteln oder Moderationskarten (z.B. grün für „ja“, rot für „nein“) umgesetzt werden. Andere Hinweise können als Wort-/Grafikbotschaften gestaltet werden, die den Teilnehmern vorab als Kartensatz ausgehändigt oder zum Ausdruck bereitgestellt werden. Alternativ werden die Karten aus eigenen Mitteln von den Teilnehmern erstellt.